DICHTE

Fragen. Modelle. Friedhöfe.

Die Frage nach der richtigen Dichte und ihrer städtebaulichen Ausformung zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Städtebaus im 20. Jahrhundert. – Die moderne Stadtplanung hat den unmenschlichen Verhältnissen in den Industriestädten explizit das Modell der Stadtlandschaft mit einer Trennung der Funktionen und einer maßvolleren Auslastung von Bauland gegenübergestellt, die sich bis heute in den deutschen Baugesetzen manifestieren. In Anbetracht des starken Bevölkerungszuwachses in unseren Großstädten stellt sich die Frage erneut. Nur, können wir unsere Städte tatsächlich allein auf der Grundlage quantitativer räumlicher Parameter planen oder müssten nicht gesellschaftliche Aspekte die Grundlage für einen neuen DICHTE Diskurs liefern?

Die Ausstellung nähert sich diesen Grundsatzfragen auf drei Ebenen: Im ersten Teil der Ausstellung wird die Ideengeschichte der Dichte in Städtebau und Stadtplanung reflektiert. Ein Glossar definiert wesentliche DICHTE Fragen – Protagonisten, Theorien und Leitbilder werden eingeführt. Ergänzend erläutert der Stadtplaner und Theoretiker Nikolai Roskamm in einem Gespräch seine Forschungen zum Thema. Der zweite Teil zeigt Analysen von historischen und zeitgenössischen Projekten, die einen modellhaften Charakter zum Thema einnehmen. Diese DICHTE Modelle stehen für architektonische und städtebauliche Konzepte, die sich mit der Frage befassen, wie sich preiswerter Wohnraum für Viele schaffen - und gleichzeitig unser Zusammenleben gut gestalten lässt? DICHTE Friedhöfe – der dritte Teil der Ausstellung, widmet sich der Frage nach den schwindenden räumlichen Ressourcen für eine Verdichtung unserer Städte. Modellhafte Projekte von Studierenden der Universität Kassel befassen sich mit der Wohnkonversion von ehemaligen Friedhöfen in Berlin Neukölln. Dieser Ansatz beruht auf einem ganz konkreten Hintergrund: Berlin hat einen Überhang an Friedhofsflächen, die schon heute zu einem Fünftel brach liegen.

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